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Unterwegs im Moremi NP mit 4x4

In Südafrika ist um diese Jahreszeit (März) Regenzeit, soviel war bekannt. WO es und WANN es WIEVIEL regnen würde war die Frage. Regenzeit hier heisst einzelne, flächenmässig allerdings riesige, isolierte Gewitter. Also keine Nordstaulagen wie in der Schweiz. Meine Regenzeit begann am 31.12.2009 im Caprivi. Es regnete die Nacht durch, morgens war alles feucht, das Dachzelt ist nicht für Dauerregen gemacht, die Unterlage wird an den Ecken nass, etc. Eine insgesamt „ugfreuti Sach“. Dennoch hiess es packen und weiterfahren. In Botswana wurde ich am Grenzzoll wiederum von einem kräftigen, kurzen Shower empfangen. Kurz danach bog ich in den Chobe NP ein. Ein Gespräch mit den Leuten am Gate bestätigte meine Bedenken, der Sand wird mit zunehmendem Feuchtigkeitsgehalt problematisch zu befahren. Das heisst, Sand allein ginge noch, doch in Botswana besteht der Boden oftmals aus einer Mischung aus Sand und Lehm. Und der wird rutschig bei Nässe, sehr rutschig sogar. Chobe war kein Problem, die Vorderrad- Naben einkuppeln und den Ganghebel auf grossen Geländegang einlegen war eines. Ab ging die Post. Am nächsten Tag wurde mir allerdings klar: ich brauche einen Partner für den Moremi und die weiteren Parks. Allein ins Ungewisse zu fahren war mir zu riskant, die Gefahr stecken zu bleiben zu gross. Zudem bin ich nicht ein mit allen Wassern gewaschener Geländefahrer. Genau diese „Reifeprüfung“ stand mir nun bevor, nur hatte ich aktuel auch nicht den kleinsten Schimmer einer Ahnung davon. Das ging so:

Auf dem Camping in Kasane, ganz oben in Botswana, parkte am späteren Nachmittag ein Auto mit CH-Kontrollschildern gleich neben mir. Ein Gespräch zeigte bald, dass wir die gleichen Pläne hegten. Die beiden Zürcher, Sylvia und Adrian, beide in den Dreissigern, sind seit 5 Monaten auf der Ostroute von der Schweiz nach Südafrika unterwegs. Zudem ist Adrian top ausgerüstet, hat Funkgeräte und Satellitentelefon dabei. Am nächsten Morgen herrscht grossflächiges Regenwetter. Wir trennen uns, ich fahre 300 km südwärts um meine Sachen zu trocknen, dort soll es nicht regnen. Ein Treffpunkt am übernächsten Tag wird in Maun vereinbart. Von dort aus fahren wir 60 km über Schotterpisten zum Gate von Moremi National Park. Unser Ziel heisst „Third Bridge“, ein abgelegenes Camp in der Wildnis welches ich vorreserviert hatte. Die Rangers machten uns auf „schwierige“, jedoch passierbare, Verhältnisse aufmerksam. Schon bald zeigte sich das Ausmass der Bescherung: Schlammpfützen von fünf bis zehn Metern Länge mit variabler, nicht einsehbarer Tiefe, von griffigem Sand keine Spur, nur schlüpfriger, lehmiger, schwarzer Boden. Das ganze eingerahmt von Bäumen und Büschen, ein SINGLE TRAIL oftmals ohne Ausweich- möglichkeit. Ueber Funk verständigten wir uns wenn nötig über die anzuwendende Fahrtechnik um ja nicht stecken zu bleiben. Die Pools werden langsam angefahren, sonst schwappt die Bugwelle in den Motorraum, auf die Haube oder auf die Windschutzscheibe. Zündaussetzer sind unbeliebt, denn am tiefsten Punkt eines Pools muss Schub gegeben werden um die Gegensteigung zu nehmen. Da wird jedes PS gebraucht da im niedertourigen Bereich „operiert“ wird. Und so geht es geschlagene fünf Stunden lang in der brütenden Hitze: vor dem Pool anhalten, Situation analysieren, allenfalls aussteigen mit einem Ast Tiefe messen, dann entweder mit grossem oder kleinem 4x4 im ersten Gang „eintauchen“, beschleunigen, wieder oben zweiter Gang, 200 bis 300 m fahren, dann der nächste Pool, gleiches Vorgehen wie bereits beschrieben. Kurz – eine Marter! Wir überstehen beide das Abenteuer ohne „Absaufen“. Froh unser Ziel erreicht zu haben, schlagen wir unsere Dachzelte auf, genehmigen uns einen Apero und bereiten das Abendessen vor. Am Feuer erzählen die Beiden von ihren Erlebnissen. Ueber uns breitet sich der Sternenhimmel aus, die Nacht bleibt trocken aber nicht ganz ohne. Nach Mitternacht kommen irgendwelche Tiere ins Camp und wecken uns mit ihren Geräuschen. Löwen waren im Camp! Nun hiess es ruhig bleiben und weiterschlafen – wer konnte. Morgen wartet viel Arbeit am Steuer auf uns...

Moholoholo – Experience of a Lifetime

Angesiedelt in der pittoresken Landschaft am Fusse der Drakensberge in der Limpopo Provinz im Lowveld in Süd-Afrika, hat sich Moholoholo im Verlaufe der Jahre zu einem Himmel für die Rehabilitation sowie die Behandlung von Tierwaisen, verletzten und an Vergiftungserscheinungen leidenden Wildtieren entwickelt.

Wildtiere werden von überall her aus der Gegend ins Rehab-Camp gebracht, von wo aus die genesenen Tiere wieder in ihre angestammten Reviere zurück gebracht werden. Diejenigen Tiere welche infolge ihrer Verletzungen nicht wieder ausgewildert werden können, werden im Camp gepflegt und umsorgt und dienen den vielen Besuchern und Gästen zur Anschauung und Information. Sie verbringen hier ihren „Lebensabend“!

Eine weitere wichtige Funktion des Camps ist die Aufzucht. Bereits wurden verschiedene gefährdete Arten erfolgreich gezüchtet und wieder in der Wildnis ausgesetzt.

!Das Camp wird in der Form einer Non-Profit Organisation geführt und bedingt deshalb die Unterstützung, sprich Finanzierung über Spenden, durch die Oeffentlichkeit.

Moholoholo Rehabilitation Center entstand erst 1992 auf einer Milchfarm welche einem Wildtier-Enthusiasten gehörte, einem gewissen Herrn J.A. Strijom. Der damalige Manager der Farm, Brian Jones, kam eines Tages mit einem verletzten Crown Eagle (einem Adler) ins Camp und am folgenden Tage wurde ihm ein neugeborenes Zebra gebracht und von da an verbreitete sich die Nachricht, dass Brian Jones in der Lage war für Wildtiere zu sorgen und diese wieder auszuwildern – so begann Moholoholo! Brian ist noch heute der General Manager, ich werde noch über ihn berichten.

Schon bald musste sich Brian den Finanzen widmen und er entschloss sich geführte Touren zu organisieren und für diese ein Entgelt zu verlangen. So wuchs das Spendenwesen um die Unkosten für Medizin, Gehege, Nahrung usw zu decken.

Das Rehab Center beherbergt heute eine grössere Anzahl von Tieren welche durch die Regierung konfisziert wurden, Waisen - oder verletzte Wildtiere. Die Kosten sind mittler weilen ins astronomische gestiegen. Moholoholo überlebt jedoch dank der vielen Spenden aus allen Herren Ländern. Mit meinem Einsatz als Volunteer möchte ich eine kleine Teilspende zum guten Gelingen beisteuern.

Unsere Zielsetzungen

Erfolgreiches auswildern der Wildtiere nach deren Behandlung oder Pflege im Camp.

Bereitstellen von Unterkünften für verwaiste, an den Folgen von Vergiftungen leidenden und durchVerletzungen handicapierten Wildtieren welche nicht mehr ausgewildert werden können.

Bereitstellen von Zuchtmöglichkeiten für Wildtiere welche nicht mehr ausgewildert werden können.

Hand in Hand Arbeit mit anderen Konservierungs-Organisationen.

Durch Edukations-Programme möchten wir die Wichtigkeit unserer Oekosysteme betonen und darauf hinweisen wie schnell wir diese zu verlieren uns anschicken.

Erste Tage im Camp

Und nun stehe ich also vor diesem Mann – Brian Jones – er wirkt trotz seiner 66 Jahre sehr jugendlich und voller Lebenskraft. Er gibt mir kurz die Hand und meint ich solle ihm folgen. Es geht gleich in den OP der Klinik. Dort ist ein junger Serval (ausgesprochen: sörwel), die drittgrösste gefleckte Katze im Lande, in einem Käfig eingesperrt, weil er infiszierte Wunden hat. Er wehrt sich wie wild dagegen herausgenommen zu werden. Doch Brian öffnet den Käfig nur einen Spalt weit, wartet bis er den Schwanz des Tieres zu fassen bekommt und schwupps zieht er in raus und hält das heftig protestierende Geschöpf in die Höhe. Am Schwanz hängend kann dieses sich schlecht wehren, wird mit einem Handtuch umwickelt und auf der OP’s-Tischplatte festgehalten, 4 Hände sind dazu nötig. Dann wird eine Spritze aufgezogen und die Nadel flink unter die Haut geschoben. Zurück in den Käfig. Brian schaut mich kurz an, ob mir übel geworden sei, will er wissen. Ich verneine. Wir gehen ins Büro an seinen Arbeitstisch, von wo aus er seit Jahren die Geschicke dieser Institution leitet. Er teilt dieses mit seiner Frau und einigen Ladies, Lyn und Kim, seine Assistentinnen.

Meine Herreise verlief nicht ganz so wie geplant. Der Swiss-Flug war ohne Fehl und Tadel. Nach der Landung in Johannesburg muss zwingend MIT dem Gepäck durch den Zoll gegangen werden, dies, obwohl ich einen Weiterflug gebucht hatte. Die Immigration dauerte mehr als eine Stunde und schon war mein Flug weg. Warten, Umbuchung – in Afrika ticken die Uhren anders als zu Hause, Geduld war angesagt, nach einem langen Flug. Dann endlich gings zu einem andern Flugplatz weiter wo mich ein Taxi zu einer dreistündigen Fahrt erwartete. Kurz nach dem Einnachten traf ich am Bestimmungsort ein – MOHOLOHOLO.

Brian erzählte kurz aus seinem bewegten Leben – er wurde zahllose Male von wilden Tieren angegriffen und verletzt, Schussverletzungen von Wilderern inklusive. Mit strahlenden Augen erzählt er von der Arbeit auf der Farm, gelegentlich kommt ein Anruf (wenn er im Office ist bedient er dieses selber). Zwischendurch unterbricht ein Funkspruch seiner Leute das Gespräch, immer bleibt er die Ruhe selbst und bewahrt einen freundlichen Umgangston. Zum Schluss erhalte ich die Erlaubnis uneingeschränkt fotografieren zu dürfen. Und weg bin, es geht an die Arbeit, die Uniform, ein Tischi, trage ich bereits.

Mein Tagesablauf sieht folgendermassen aus: Arbeitsbeginn ist um 07:00 Uhr, ich bin in Gruppe 2 eingeteilt wo eine junge Australierin aus Sydney mein Boss ist. Frühmorgens wird für einige Tiere das Fressen zubereitet, d.h. draussen an der Sonne liegen soeben aufgetaute Kücken welche abgezählt werden müssen, je nach „Kunde“. In der „Zubereitungsabteilung“ wo bereits anderes Fleisch auf einem Betonquader liegt, werden die Hälfte der Kücken gerupft, alle Extremitäten mit einer Schere abgeschnitten und der Darminhalt herausgedrückt. Frau wollte mich testen ob ich ein Warmduscher sei, diesen Test galt es zu bestehen. Dann geht’s rein in die Käfige, jede Gruppe hat ihren Plan. In den Käfigen lernt man gleich die Tiere hautnah kennen. Zuerst kommt STORKY, eine weisser Storch welcher sich ein Bein gebrochen hat und demnächst wieder „entlassen“ wird. Im Käfig gilt es sauber zu machen, Endprodukte des Stoffwechsels einzusammeln, Kücken so hinzulegen, dass diese „Kunden gerecht“ von diesen mühelos erreicht werden können, Wassergefässe putzen, sauberes Wasser nachfüllen. So geht es bis 08:30 Uhr. Dann verschieben sich die ganzen Gruppen in Einerkolonne ins Forest Camp, ca. 10 Minuten zu Fuss entfernt. Dort wartet ein herrliches Frühstück. Eine Stunde später sind wir wieder zurück in den Gehegen bis 12:00 Uhr Mittag. Dann gibt’s Mittagspause bis 15:30 Uhr. Mittlerweilen ist das Thermometer bereits weit über 30 Grad C angestiegen, nachmittags leide ich an der prallen Sonne. Dann wird gefüttert, irgendwann kommt einer der Ranger mit einem ODD JOB, einem Spezialjob, den zu erledigen es noch vor 17:30 Uhr gilt. Danach ist duschen, ausruhen, umziehen und bereit machen fürs Nachtessen um 18:45 Uhr angesagt. Ab 21:00 Uhr Nachtruhe. Punkt, Ende.

Lion Walk - (Spaziergang mit den Löwen)

Plötzlich kommt Natalie, eine Veterinär-Assistentin aus London, auf mich zu und fragt ob ich am Lion Walk, mit den beiden Cubs, teilnehmen möchte. Lion Cubs sind junge Löwen. Ich dachte spontan an so drollige Wollknäuel – Mann, weit gefehlt. Die beiden jungen Babies, mit Namen Telo & Duma, welche ich von der Website her kannte, sind mittlerweilen 14 Monate alt und echte Teenager geworden. Mit diesen beiden Männchen sollte ich auf eine einstündige Wanderung gehen? Leicht sträubten sich meine Nackenhaare. Infolge gewisser Bedenken, sollte ich Nein sagen, inskünftig nicht mehr „eingeladen“ zu werden, sagte ich sogleich zu. Dann kams knüppeldick: es gilt einige äussert wichtige Verhaltensregeln zu beachten.

Die beiden Halbstarken sind dauernd zu irgendwelchem Schabernack aufgelegt und entsprechend unberechenbar. Also heisst es Augen offen halten, vor allem wenn SIE hinter uns gehen. Aus purer Lust am spielen kann es vorkommen, dass, passt man nicht auf, man von hinten angefallen wird und hinfallen kann. Das interpretiert der Löwe als Aufforderung zum spielen und fällt über dich her, allerdings nicht mit der Absicht zu töten. Das könne ganz schöne Narben zur Folge haben, wurde mir eingeschärft. Auch sich bücken um z.B. die Schuhe zu binden, ist zu unterlassen. Verändert der Mensch die Optik zum Tier indem er sich kleiner macht, will der Löwe mit dir herumbalgen. Es gilt somit Autorität auszustrahlen, denn jede Unsicherheit könnte das Tier dazu verleiten irgendetwas Unerwünschtes zu unternehmen.

Wir sind zu viert, zwei „Vorgesetzte“ und zwei Students. Der Ranger Oscar, ein stämmiger schwarzer Südafrikaner, ständig zu irgendwelchen Scherzen aufgelegt, sowie wie erwähnt Natalie, eine energische Britin, welche schon seit drei Jahren hier ist und die Löwen aufgezogen hat. Beide tragen sie Tasergeräte mit sich, um im Bedarfsfalle das Tier kurzzeitig ohnmächtig zu machen. Man weiss, dass der Löwe danach nicht mehr weiss was vorher war, aufsteht und weitergeht als sei nicht gewesen.

Wir bleiben alle in lockerer Formation zusammen, für die Ranger ist es reine Routine, für mich doch ziemlich aufregend. Kaum unterwegs kommt der Eine auch schon auf mich zu und streift bewusst an mir während des Gehens entlang. So zeigen sie ihre Zuneigung, also ein gutes Zeichen. Immer wieder wollen beide von den Rangern richtiggehend umarmt und gekrault werden. Bald entfernen sie sich in den Busch und sind für eine Weile unsichtbar. Natalie weiss jedoch genau wo sie sind und ruft sie beim Namen. Gehorchen tun die Beiden jedoch nicht aufs Wort wie beispielsweise ein Hund. Plötzlich, beide gehen vor uns, dreht sich der Eine um und kommt direkt von vorne auf mich zu, die Augen direkt auf mich gerichtet! Immerhin, diese 14 Monate alten Bengel haben bereits Pranken in der Grösse eines Pferdehufes und sind etwas grösser als ein Bernhardiner! Ich werde „getestet“ ob ich Angst habe, meint Natalie nachher beiläufig. Nun, wie würde es Euch ergehen?

Ich wurde noch verschiedentlich getestet an jenem Nachmittag! Die Tatsache, dass ich diesen Bericht NACH dem Spaziergang schreibe möge beweisen, dass ich noch am Leben bin...

Im vorliegenden Fall wurden beide Löwen mit der Flasche aufgezogen und sind eigentlich „handzahm“. Doch genau darin liegt das Problem. Diese beiden können nicht mehr rehabilitiert, sprich ausgewildert werden. Da sie nur den Menschen kennen würden sie zu sog. „Manhuntern“, Menschenjägern .Denn die Jagd auf Beute haben sie nie gelernt. Also bleiben sie den Rest ihres Lebens auf der Farm oder werden eines Tages an einen Zoo verkauft.

Wildtier bleibt eben Wildtier, dem mit Respekt man zu begegnen gut tut...

Neulich im Aasgeier-Restaurant

Vor einigen Tagen wurde eine verendete Kuh tief gefroren angeliefert. Diese wurde umgehend im Cooler verstaut. Heute, genau an dem Tag als die 7 schwarzen Angestellten, (die verrichten sonst diese Arbeiten), ihrer grünen Uniformen wegen werden sie „Green Men“ genannt, mit dem Chef einen Vorweihnachts-Ausflug unternahmen, genau heute musste diese Kuh aufgetaut und zerlegt werden. Freiwillige waren gefragt. Nun ist es hier so, dass die grössten Schwatzmäuler, und deren hat es einige, just in einem solchen Moment unbedingt zur Toilette müssen oder eine dringende Arbeit zu erledigen haben, und solcherart verduften. Alles Warmduscher. Der mit der Arbeit betraute Ranger konnte die Sache unmöglich alleine erledigen, weshalb wir ihm zu zweit beistanden. Eine weisse Simbabwerin und meine Wenigkeit. Das Tier lag schon seit einem Tag an der Sonne, war innen aber noch bei weitem nicht aufgetaut. Die Haut aufzuschneiden ging noch flott voran, doch schon bald stellten sich uns unüberwindliche Schwierigkeiten in den Weg, gegen den Permafrost war kein Messer scharf genug. Pickel und Spaten mussten her. Allerdings liessen sich die einzelnen Organe relativ leicht „herausnehmen“, besonders die Lunge und die Mägen des Tieres. Die guts, die Därme, liessen wir vorderhand noch sein. Das arme Geschöpf lag nun in der Mitte halbiert vor uns, Kopf noch ganz, Augen offen. Die Einzelteile wurden in einen Schubkarren verladen, dann auf einen bereitstehenden Pickup umgeladen. Nun kam noch die Sahnehaube, geruchlich konnte mich eigentlich nichts mehr erschüttern.

Auf dem Areal lagen seit Tagen zahlreiche Plasticsäcke an der prallen Sonne mit nicht mehr verwertbarem Fleisch herum. Tote Kücken, welche schon bald von alleine davon liefen, Waren aus dem Supermarkt, Leichenteile von allen möglichen wilden Tieren und ähnlichem Zeugs. Die Säcke mussten aufgeschnitten und der Inhalt in den Schubkarren gekippt und dieser wiederum auf den Pickup verladen werden. Es roch und stank, zum Glück ging ein leichter Wind. Irgendwann lagen gegen 250 kg auf dem Pickup welcher an einer leichten Steigung stand. Hinten rann kontinuierlich ein bräunlich, rötliches Rinnsal auf den Boden. Ich habe teilweise bis zu den Ellbogen in dem Zeugs gesteckt. Lässt sich ja alles abwaschen! Dann ging’s ab zum Aasgeier-Restaurant. Das sieht so aus: auf einem Platz, also Busch ohne Bäume, finden sich so ab 15:00 Uhr zahlreiche Geier, Adler und Marabu-Störche ein. In der Luft über dem Gelände herrscht rege aviatische Aktivität. Die Tiere kommen von weit her zum „Festmahl“ welches Moholoholo jeden Tag offeriert. Die Geier sehen ausgezeichnet und wenn irgendwo am Himmel einer zu kreisen beginnt, sehen das alle anderen und irgendwie bekommen das alle in einem Umkreis von hunderten von Kilometern mit und fliegen an den Ort des Geschehens um sich zu verköstigen. Nun stelle man sich vor: am Boden sitzen gegen 80 Marabu-Störche herum, ebenso viele sind in der Luft und kreisen. Ueberall auf den Bäumen hocken die Aasgeier, mindestens 100 an der Zahl. Dazu gesellen sich noch einige Hoggies. Kurz nachdem der Pickup seine Fracht auf den Boden gekippt hat und sich etwas weiter weg auf die Lauer (zum beobachten der Tiere) gelegt hat, geht es los.

Einer nach dem andern schweben die Marabus, immerhin 2.80 m Spannweite, wie kleine Jets, Füsse zum landen herunterhängend, von allen Seiten heran. Die Geier lassen sich lässig von den umliegenden Bäumen herabfallen und hüpfen „zu Fuss“ heran. Fasst lautlos und ohne grössere Streitereien, macht man sich ans grosse Fressen. Ein riesiger Teppich aneinander gedrängter Tiere entsteht. Nach 15 Minuten liegen nur noch Knochen, Gelenke, Hufe und Rippen herum. Die Akteure spreizen die Flügel, nehmen Anlauf, heben ab, gewinnen rasch an Höhe und entschwinden den Blicken. Der aufgewirbelte Staub legt sich langsam, die Bühne wird zusehends leer.

Das Aasgeier-Restaurant schliesst für heute, wir fahren zurück, es wird Abend...

HARNAS – erste Tage im Dachzelt

Von Windhoek aus fahre ich rund 300 km nach Osten. Ein prächtiger Tag. Zuerst galt es allerdings das Fahrzeug zu übernehmen (Papierkram/Instruktionen), dann den ersten Grosseinkauf zu absolvieren und schlussendlich alles „einzupuffnen“. Eben so, dass jedes Mal das grosse Suchen beginnt. Anyway.

Harnas ist eine Wildlife Foundation mit Guest Farm. Wurde von zwei Holländern gegründet, ist heute vorwiegend in Deutscher Hand, mit entsprechender Gründlichkeit. Ursprünglich lag das Hauptinteresse bei den Cheetah’s, den Geparden. Davon sind heute 29 in einem riesigen Gehege untergebracht. Schon die Ankunft war vielversprechend – alles irgendwie adrett angeordnet, nette Leute, ansprechende Gebäude usw. Nach kurzer Anmeldung und Info beziehe ich Quartier im Camping. Kein Mensch zu sehen, ich bin alleiniger Gast. Nicht ganz, um genau zu sein. Neugierige Tiere gibt es einige. Schon bald gesellt sich ein junges Zebra in meine Nähe, gefolgt von einem jungen Kuhbullen in schwarz/weiss. Das Zebi ist noch ganz jung und voller Neugierde. Es kommt ganz nah ran und beschnuppert alles. Im Hintergrund befindet sich das Baboon-Gehege, eine lärmige „Chifler-Bande“. Die haben regelmässig Rangordnungs-Konflikte welche den Lärmpegel entsprechend anschwellen lassen.. Nun beginnt das aufstellen des Dachzeltes, alsdann bin ich bereit.

Da es erst 16:30 Uhr ist und die Sonne kräftig herunterknallt, verziehe ich mich an den Schatten. Schon bald sichte ich ein... ja was denn? Jawohl, ein Giraffenbaby, ein Mädchen. Sie knabbert in der Nähe an den Bäumen herum und kommt langsam näher. Längere Zeit lässt sie sich nicht stören, schaut mich allerdings lange aus ihren grossen braunen Augen an. So nahe habe ich auch in Moholoholo keine Giraffe betrachten können, obwohl es dort eine ganze Familie gab. Ein schönes Tier. Gemähchlich zieht sie mit ihrer langen Zunge die einzelnen Zweige ins Maul und mampft diese genüsslich. So vergeht die Zeit, mal kommt eine Schildkröte vorbei, dann summen riesige Käfer im Sturzflug hin und her. Ich beginne mich auf den Abend einzurichten, will heissen, Essen vorbereiten und Feuerholz aufschichten (die Abende sind kühl, wir befinden uns auf 1600 m ü.M.).

Nachdem mir der Tag so einiges abverlangt hat, gönne ich mir mit dem Feuer einen Schluck Rosé. Grünberger heisst das Zeug, hab ich im Supermarkt einfach aus dem Gestell gefischt. Natural Sweet Rosé, Rosenlese 2009, Western Cape, 7.5% Vol. Teuflisch gut! Geht wie nix runter! In der Zwischenzeit ist es 20:00 Uhr und dunkel geworden. Zeit den iPod in Betrieb zu setzen. Nach einigem Gefummel am Radio ertönt ein klasklarer Sound. Danke Steve Jobbs, Du hast mit diesem Gerät ein einmaliges Teil auf den Markt gebracht, welches viel und Vielen Freude bereitet! So auch mir. Ich lasse meine Lieblingstitel laufen, zuerst natürlich Country. Herrlich, ich höre mir in der Wüste, im Busch „Cowboy-Musik“ an. Alsdann schalte ich um auf Zufallsgenerator. Sogleich erklingt Willie Nelson’s „On the Road again“ – passt perfekt, denke ich. Dann das unverwüstliche „Auf der Strasse nach Süden, mit der Sonne als Ziel...“. Es folgt good old Paul Anka mit „Only You“ und „Great Pretender“. Dann Manhatten Transfer mit “Operator, Information – give me Jesus on the line”. Frank Sinatra mit “My Way”, Peter Alexanders „Die Kleine Kneipe in unserer Strasse“, Dolly Parton „You’ll miss me when I’m gone“ usw. Nun stellt sich ein Hochgefühl ein, ich beginne mitzusingen. Total gute Stimmung, obwohl ich weit und breit die einzige Menschenseele bin. Das nenne ich Lebensqualität – Freude kommt hoch! Ich genehmige mir noch „einen“ Schluck. Bald rücken die Zeiger auf 21 Uhr. Schluss für heute, ich mach den Laden dicht und verziehe mich in die obere Etage. Dort schläft es sich ausgezeichnet, bis die Baboons, siehe oben...

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Ein Mann namens „Bay“

Die heutige Geschichte beginnt damit, indem ich bei René, einem guten Freund aus Luzerner Zeiten, den es aus „amourösen Gründen“ hierher verschlagen hat, Station mache. René wohnt seit 6 Monaten in Patong, er hat sein Geschäft aus der Schweiz „mitgenommen“ und betreibt dieses Business nun von hier aus. Seinen Wohnsitz hat er etwas erhöht an den Hängen hinten an Patong. Natürlich sehen wir uns das nächtliche Treiben in den tieferen Ebenen ab 21 Uhr an. Patong ist das Epizentrum der Erschütterungen, welche auf Phuket alljährlich mit dem zwischen Dezember und März hereinbrechenden Touristenstrom, einhergehen. Die Strassen sind überfüllt mit Verkehr und Touris, der Strand erstrahlt des nachts im hellen Scheinwerferlicht und überall hämmern die Bässe durch die Gassen, dass es eine Art hat. Also von Ruhe keine Spur. Der Zirkus beginnt schon ordentlich früh am Abend und endet gegen zwei Uhr in der Frühe. Muss man gesehen haben.

Viel gemächlicher geht es etwa 20 km weiter nördlich zu. Am südlichen Ende der Bang Tao Beach, etwa in der Mitte der Phuket Island, hab ich einen Bungi bezogen um mich hier meiner letzen Etappe auf dem Festland zu widmen. Ein lang gezogener Strand lädt zum Bade ein, das Wasser ist hier klarer als sonst, überall stehen Strand-Restaurants und Beach-Bars. Eine derselben betreibt ein Mann namens „Bay“. Die Bar ähnelt mehr einer zusammen gezimmerten Ansammlung von hölzernem Treibgut, was der Atmosphäre jedoch in keiner Weise Abbruch täte. Mehr zufälligerweise gerate ich dorthin und bestelle einen Cuba Libre. Bay zaubert diesen in Kürze aus dem Hintergrund hervor und beginnt sofort ein Gespräch mit mir. Da ich in entsprechender Laune bin entspannt sich sogleich eine angeregte Unterhaltung, Bay hat das Aussehen einen Afrikaners, ist jedoch hundertprozentig Thai. Seine Eltern stammen väterlicherseits aus Ghana, mütterlicherseits aus Thailand. Er trägt eine nach allen Seiten spriessende Haartracht mit unwahrscheinlichem Umfang. Darauf angesprochen meint er, er sei eben „Rasta“, was ich vermutet habe. Rasta ist eine Religiöse Splittergruppe Afrikanischen Ursprunges – sind friedliche, gute Leute. Aus den Lautsprechern ertönt in angemessener Lautstärke Musik westlicher Prägung. Während unseres Gespräches hüpft der Mann dauernd im Takt zur Musik herum und ist bei rhythmischen Passagen kaum zu halten. Er erklärt mir, dass er E-Gitarre spiele und musikalisch sei und einfach nicht stillhalten könne wenn Musik ertöne. Er trägt ein T-Shirt mit dem Konterfei von Che Guevara. Als ich erwähne, dass ich mich in Cuba mit der Lebensgeschichte dieses Mannes bekannt gemacht hätte findet er das „very cool“ von mir. Che sei doch der Revolutionär gewesen, meint er.

Mittlerweilen gesellt sich seine Schwester zu uns und wir setzen uns etwas weiter nach vorne an den Strand wo er nun verschiedene Fackeln anzündet. Er freut sich, dass sich jemand für seine Musik interessiert und wir beginnen über die Beatles, die Stones und wer weiss was sonst noch zu reden. Doch dann, sagt er, wird es Zeit ein langes Fischer - Netz bereit zu machen und in der Bucht draussen auszulegen. Er erklärt mir, dass er so die Fische fange, welche er am folgenden Abend als BBQ hier zuzubereiten gedenke. Mittlerweilen geht bereits die vierte Runde über den Tisch und wir hören uns seine Lieblings - Musik an: Reggae. Bay ist 35 und voll von überschäumender Lebensfreude. Bei seinen häufigen Lachern zeigt er seine blitzweissen Zähne und seine Augen funkeln im spärlichen Licht. Nun legt er eine weitere CD ein und es ertönt: Baby, baby, it’s a wild, wild world. Im Sand zwischen den Fackeln tanzt, hüpft und singt er zur Musik und seine Schwester scheint nicht minder begabt zu sein. Wenn ich zum wolkenlosen Himmel hinaufschaue, denke ich mir: Baby, baby, it’s a beautiful world ...

Dingelingeling:

Seit einigen Tagen weile ich nun an der Westküste – schöne Strände, farblich megastarke Sonnenuntergänge, wenig Leute in den Hotels und an den Beaches. Zeit genug zum relaxen und um die Tage „im Leerlauf“ zu verbringen. Unter einer Palme am Schatten liegend der hochschiessenden, weissen Brandung zuzuschauen ist ein Vergnügen besonderer Art. Das liegt an den Stränden. Diese sind oft stark „angeböscht“ und fallen unter Wasser sehr schnell unter die Stehhöhe ab. Das hat zur Folge, dass sich die Brandung kurz vor dem anlanden aufstellt, überschlägt und mit entsprechender Wucht aufschlägt. Zur Zeit herrschen nur schwache Winde und dennoch ist die See bewegt. Die Wellen kommen in rascher Folge. Das vom Strand zurückfliessende Wasser trifft sich auf halbem Weg mit der nächsten anrollenden Woge, es entsteht eine Art Knäuel mit tückischen Strömungen. All zu leicht reisst es einen von den Beinen in einen ungewollten Waschgang. Da heisst es aufpassen und das “Revier“ zuerst etwas genauer beobachten.

Der Sand hat eine optisch ansprechende, typisch gelbbräunliche Farbe. Bei genauerem Hinsehen kann man zwei Qualitäten unterscheiden: den feineren Korallensand und den etwas gröberen Muschelsand. Letzterer wird eigenartigerweise leichter aufgewirbelt und setzt sich auch nicht sogleich wieder. Also liegen im blauen Wasser immer wieder Okker farbige Nester. Mit Vorteil bewegt man sich ausserhalb derselben, denn der Muschelsand dringt überall hin, aus den Haaren ist er kaum heraus zu spülen. Weiter draussen ist das Wasser blau, allerdings nicht türkis. Dazu müsste der Sand heller sein – was er jedoch nicht ist.

So tummle ich mich in den Brandungswellen wie in den alten Zeiten. Das Wasser ist so warm, man kann stundenlang drin bleiben, kein Problem bei 27 Grad C. Hinausschwimmen und das Spiel mit den etwa zwei metrigen Wogen kann beginnen. Teilweise kommen Furcht erregende Wände daher! Früher hab ich mich an grössere Dinger gewagt, da hat man einfach alles weg gesteckt. Auch wenn ein Waschgang mal etwas länger dauerte. Ich stelle fest, dass der frühere „Challenge“ etwas nachgelassen hat. Man(n) ist nicht mehr im Recken – Alter!

Plötzlich zwei längliche Schatten vor mir auf Brusthöhe! Holy Crab! Das war doch eine Doppelpatrouille Haie! Ich war „not amused“! Erst vorgestern hat mir beim Frühstück ein Kellner gesagt, dass irgendwelche Baby-Sharks gelegentlich nah an die Beach kämen um „vorbeizuschauen“ was da so in der Brandung herumstehe. Und die Dinger seien „bite- happy“, hat er mit viel sagendem Gesicht angefügt (beiss-freudig). Nein, er selbst wäre noch nie draussen gewesen, er könne nicht schwimmen. Aber sein Kollege hätte ihm das gesagt. Mich packt ein leichtes Unbehagen, ich bin weit und breit allein im Wasser! Wo beisst denn ein Hai hin wenn er beschlossen hat zu beissen? Ich weiss es nicht. Sicherheitshalber lege ich eine Hand auf die Badehose an die Stelle, wo man bei einem Mann seinen treusten Anhänger vermutet. So halte ich mit einer Hand meinen „Dingelingeling“, mit der anderen versuche ich zu schwimmen. Das geht nur schlecht, also drehe ich mich auf den Rücken und halte beide Hände drauf! Nun gilt es noch eine kleine Bucht hinter mich zu bringen.

Man, it was hard to cross that thing, with both hands holding my dingelingeling...

Lionel - der Fahrer

Um mich auf der „Pearl of the Indian Ocean“ genannten Insel bewegen zu können, bin ich vom Selbstfahrer zum „Chauffierten“ mutiert. Nach etlichem herumschnüffeln habe ich einen Deal an Land gezogen! Ein vierjähriger Nissan samt Fahrer werden für die kommende Zeit meine Begleiter sein, zusammen werden wir über die zahllosen Asphalt-Wellen schippern. Die Kosten halten sich im Rahmen von runden CHF 300.- pro Woche, allerdings nur 80 km pro Tag, Benzin inklusive. Lionel heisst der Fahrer, er ist 60, Singalese, Glatze, aber gut erhalten. Wir verstehen uns, obwohl er in halsbrecherischem Tempo spricht und sein Akzent oft nur nach Rückfragen verständlich wird. Doch der Mann gibt geduldig Auskunft, offenbar ist er sich das gewohnt.

Colombo zu verlassen fällt nicht schwer, die Stadt hat nebst viel Verkehr und einigen wenigen Highlights nicht viel zu bieten. Gepäck verstauen und wir düsen los. Ich lehne mich bequem auf der hinteren Bank zurück und stelle mir vor, wie schön es sein wird, dem bunten Treiben um mich herum gelassen zuzuschauen und mich um nichts kümmern zu müssen. Obwohl Lionel mit dem Verkehr problemlos klarkommt stelle ich schon bald fest, dass es keine entspannte Fahrt geben wird. Die verschieden schnell fahrenden Verkehrsteilnehmer (Ochsenkarren teilweise) zwingen zum ständigen ausweichen, überholen, bremsen und wieder beschleunigen. Tuk Tuk lässt grüssen. Ich tröste mich damit, dass wir bald auf der Autobahn A 1 stadtauswärts sein werden und dass es dort gemächlicher voran gehen werde. So jeden-falls meine Interpretation der Strassenkarte. Doch weit gefehlt! Autobahnen gibt es in Sri Lanka keine, wie ich jetzt weiss. Die A 1 entpuppt sich als eine normale Ueberlandstrasse mit vielen „ausgefransten“ Strassenrändern und Schlaglöchern. Zahlreiche öffentliche Busse sind unterwegs und halten dauernd mitten auf der Strasse an, überholen wegen Gegenverkehr unmöglich. Bietet sich alsdann eine Möglichkeit den Stinker zu überholen, gibt Lionel kräftig Gas. Um gleich wieder zu bremsen, neues Obstakel. Nach zwei Stunden weichen am Strassenrand die Häuser langsam den Kokospalmen, Bäumen und Sträuchern. Ich erkundige mich nach dem Km-Stand und stelle fest, dass wir in zwei Stunden gerade mal 81 km zurück gelegt haben. Lionel meint auf meine diesbezügliche Frage, mehr liege nicht drin – im ganzen Lande nicht. Hier komme man nur langsam vorwärts. Mir ist das eigentlich wurscht, Zeit hab ich ja genug. Um jedoch eine bescheidene Routenplanung vorzunehmen muss ich einen ungefähren Wert haben. Mit einer leisen Wehmut denke ich an die Verhältnisse in unserem Land. Ich stelle mich auf den Verkehrs-Challenge ein. Bloss in den Dörfern ist immer allerhand auf der Strasse los. Diese sind, wie in Thailand und Kambodscha auch, Lebensader und Dorfzentrum zugleich.

Lionel ist ein alter Fuchs, kennt alle Tricks und entlang der Route überall Leute. Er gibt mir Tips und macht mich auf allerlei aufmerksam. Nach dem ausladen des Gepäcks an der Tagesdestination erkundigt er sich nach der Abfahrtszeit am nächsten Morgen – und weg iser. Er bezieht irgendwo in der Nähe ein Quartier und verköstigt sich dort. Später am Abend plane ich den nächsten Tag, lese mich im Reiseführer schlau, (Rückblick – Vorausblick), gähne irgendwann, die Vorhänge gehen langsam zu, Lichter löschen....

Miese Stimmung...

Der Tag kam, er musste kommen. Ich sass im gleichen Fahrzeug wie vor 5 Wochen, am Steuer der gleiche Fahrer, der Mann mit dem etwas harten Fahrstil – Lionel. Meine Wenigkeit sass hinten mit einem Klotz im Hals... Ein Blick auf meine Swatch zeigte 05:05 Uhr an, rundherum alles noch stockfinster, das Morgengrauen beginnt erst in gut einer Stunde. Vor 10 Minuten haben wir das Hotel in Colombo verlassen. Unser Fahrziel war der Flughafen.

Lionel besass meine Natel-Nummer die er offensichtlich gespeichert hatte. Und so erhielt ich eines Tages ein SMS worin er mir mitteilte, dass ER mich zurück nach Colombo und von dort am nächsten Morgen an den Airport zu chauffieren gedachte. Später erfuhr ich von ihm, dass er meinetwegen einen grossen Umweg machen musste, um mein Zeitfenster zu erwischen. Diese treue Seele von einem Mann! Natürlich war ich hocherfreut.

Sich zu verabschieden kann, emotional gesehen, zu einer heiklen Sache werden. Schon seit Tagen beobachtete ich an mir eine zunehmende Sentimentalität. Dabei hatte ich einen emotionslosen Abschied geplant. So mit neutralem Taxi, unbekannter Fahrer, bezahlen, aussteigen und weg, zackzack! Ich wollte mich im Schutze der Nacht davonschleichen wie ein Einbrecher. Wie gesagt, so meine Planung.

Nach dem Abbiegen auf die Flughafenstrasse liess sich Lionel plötzlich mit einem „5 more Minutes, Sir“ vernehmen. Kurze Zeit später mit fragt er mich: „You all right, Sir“? Er musste bemerkt haben, dass ich mir etwas Nässe aus den Augen rieb. Warum denn nur? Mir war zum heulen, die Stimmung mies. Ich kam mir vor, als hätte ich so eine Art „Wurzeln geschlagen“ in diesem liebenswürdig chaotischen Land. Hab ich mich demzufolge an die Lebensumstände gewöhnt? Deshalb dieses Gefühl? Genau das war es! Eigentlich möchte ich „Verlängerung“ eingeben und noch etwas bleiben.

Dazu beigetragen haben die nächtlichen Spiele im Sand mit den Engeln und die aufgestossene Buddhismus-Türe in Thailand. Das muss man sich so vorstellen: Die waren eines späten Abends einfach da als ich von der Strandbar zurück ins Hotel wollte. Sie luden mich ein zu ihnen zu kommen und mich in ihre Runde zu setzen. Augenblicklich wusste ich, um wen es sich handelte. Aber von Flügeln war bei denen keine Spur! Sie erklärten mir, dass sie anlässlich einer Mission in dieser Gegend „zu tun“ hätten und den Strand hier als besonders reizvoll empfänden mit der sternenklaren Nacht. Genaueres war nicht zu erfahren, es sei zu kompliziert zu erklären. Sie machten Zeichnungen im Sand von der Art, wie sie uns unser geschätzter Miteidgenosse Erich von Däniken, als die Werke von Ausserirdischen näher zu bringen versucht. Dabei wurde viel gelacht und gescherzt. Und musizieren konnten die! Nach dem Stück der Gruppe ABBA „I believe in Angels“ befragt antworteten sie, dass sie dieses natürlich kannten. Die Inspiration sei schlussendlich von ihnen – mir war alles klar, oder viel mehr gar nichts mehr. Je nach dem, ob nun die Ratio oder mein Gefühl dominierte. Zum Glück befand sich in der Bibliothek meines iTunes die entsprechende CD: „ABBA’s BEST.“ Wer es kennt weiss, eine sehr, sehr schöne Komposition.

Der Abschied fand statt, der Abschiedsschmerz verebbte. Meine miese Laune sollte indes nicht lange anhalten, wie sich schon sehr bald zeigen würde...

Monk-Chat

(Gespräch mit einem Buddhistischen Mönch)

Zufälligerweise fand ich mich an jenem 24.12., am Ende einer Seitengasse in Chiang Mai, vor einem der eindrücklichsten Tempel in dieser Stadt, wieder. Tempel gibt’s hier fast wie Sand im Süden von Thailand. Unter einem Schatten spendenden Baum sassen einige Mönche, daneben stand ein Schild: siehe oben. Der eine junge Mann schaute mich kurz prüfend an, eigentlich wollte ich weitergehen, doch dann drehte ich mich um und bat ihn um einen Chat. Er willigte sogleich ein und hiess mich Platz zu nehmen.

Wenn man vor einem dieser Buddhistischen Tempel steht und den Mönchen darin zuhört wie diese im Chor mit monotoner Stimme ihre Gebete singend vortragen, ist man nicht nur beeindruckt, sondern schon eher berührt. Auf dem Gelände der Tempel herrscht wohltuende Ruhe, kein buntes Treiben. Die „Dienst“ tuenden Mönche wechseln sich an der Front regelmässig ab, sie sind keine Hellseher oder gar Propheten. Nein, sie geben lediglich auf Fragen bezüglich ihres Glaubens Auskunft. Dabei stehen sie mit beiden Füssen auf dem Boden, sie fahren Motorrad und benutzen ihre Handys. Viele der jungen Gläubigen verbringen kahlgeschoren zwei Jahre im Kloster. Daran anschliessend gehen sie ins normale Leben zurück um zu arbeiten, zu heiraten und eine Familie zu gründen. Um den Buddhismus besser zu begreifen, erörterte mein Vis-a-vis, müsse man folgendes wissen: der Mensch besteht nicht nur aus Physis, sondern auch aus Geist. Dieser Teil seiner selbst, Seele genannt, stirbt nicht am Ende des irdischen Lebens. Dieser Teil lebt weiter. Dies wird als das Rad der Wiedergeburt bezeichnet. Der Buddhist glaubt demnach, bereits mehrere Erdenleben gelebt und noch mehrere vor sich zu haben. Um für das nächste Leben (Inkarnation) eine bessere Ausgangslage als für dasjenige in dem er sich aktuel befindet, zu erlangen, strebt der Buddhist danach Gutes zu tun in Gedanken, Worten und Handlungen. Er pflegt einen rücksichtsvollen Umgang mit seinen Mitmenschen und den Tieren, er lebt in Frieden, meidet Streit und Auseinandersetzungen. Tut er das nicht, wird die Ausgangslage für das nächste Leben eine schlechtere sein. Eigentlich ganz einfach und logisch.

Das Lebensziel jedes Buddhisten sei die Erleuchtung zu erreichen - das heisst die Weisheit zu erlangen. Die Dinge so zu sehen wie sie sind und nicht so wie sie scheinen mit der Hilfe der Kraft von Buddha. Aus diesem Grunde verehren die Thais ihren Buddha, sie beten aktiv und erbitten Rat und Kraft bei der Lösung von anstehenden Problemen, Krankheiten usw. Viele Thais besitzen einen kleinen Altar zu Hause. Dies hätte nichts mit religiösem Fanatismus zu tun, erklärte mir mein Gegenüber, sondern mit einfachem Alltag in dem ihre Religion ein fester Bestandteil sei.

Und nun das Erstaunliche an der Sache: als Tourist bekommt man die innere Haltung dieser Menschen bald einmal zu spüren. Am augenfälligsten im Strassen-Verkehr: keine Aggressivität am Lenker oder hinter dem Steuer. Es fliesst ohne grosse Hektik (in Bangkok gehen die Uhren zugegebenermassen etwas anders), kein Gehupe, keine Kavalierstarts, kein Drängeln, kaum Motorräder mit hochtourigen Motoren. Keine Lust unnötigen Lärm zu erzeugen. Weiter fällt auf, dass die Thais genügsame und zufriedene Menschen sind und grossmehrheitlich „aufgestellt“ wirken. Und so sind denn auch ihre Kinder, alles richtig süsse Babys, die Kleinen. Sie sitzen ruhig da wo sie hingesetzt werden und schauen einfach froh in die Welt hinaus.

Natürlich wird man des öfteren von den zahlreichen Kleinbetrieblern „angemacht“. Speziell die Ladies verstehen es, sich mit einem erfrischenden Lächeln und einem Helloooouu in Szene zu setzen. Gibt man ihnen ebenso freundlich aber unmissverständlich die eigene Kaufunlust zu verstehen, wird das sofort akzeptiert und weitere Versuche unterbleiben. Mein Gesprächspartner meinte auf meine diesbezügliche Frage: es sei schon so, dass die Menschen im Alltag danach strebten ihre Religion zu leben und die Gebote Buddhas umzusetzen. Mit einigem Erfolg, wie ich anerkennend beizufügen mich getraute. Meinem Gegenüber blieb meine angenehme Ueberraschung über die bisher gemachten Erfahrungen nicht verborgen. Er meinte ebenso trocken wie etwas verschmitzt grinsend: Why you not become Buddhist ...? Nun, zumindest von der Zielsetzung her hatte ich doch schon etwas vom Buddhismus begriffen und so fühlte ich mich denn auch schon als kleiner Buddhist...

Spass beiseite - für mich war klar: es gibt eine Weltanschauung jenseits unseres westlich geprägten Egoismus (mit all den entsprechenden Nebenerscheinungen). Und es funktioniert! Fragt sich, weshalb schneiden wir uns nicht ein Stück von diesem Gedankengut ab?

Buddha muss ein ganz besonderer Mensch gewesen sein. Er lebte in den Jahren um 700 unserer Zeitrechnung. Er hat 45 Jahre seines Lebens mit dem weitergeben der Buddhistischen Lehre verbracht. Während diesen Jahren hat er pro Nacht jeweils nur eine Stunde geschlafen, immer seitwärts liegend auf der rechten Seite. Buddha wurde 80 Jahre alt. Zur damaligen Zeit eine medizinische Sensation.

Eigentlich hätte ich gerne noch weiterdiskutiert. Doch Ehrwürden gaben mir zu verstehen, dass meine Zeit abgelaufen sei. Wenn ich wollte, ich könnte ja morgen wieder zurück kommen. Mit einem herzlichen Lachen verabschiedeten wir uns. Die Ausstrahlung in seinem Gesicht deutete darauf hin, dass Körper und Geist bei diesem Mann in Harmonie waren. Eine höchst erstrebenswerte Angelegenheit – fand ich. Mit einem Zitat aus einem Song von Joe Cocker und einem wohlgemeinten Ratschlag zog er sich mit wehendem Gewande zurück: Life is a rocky road – watch out... Das Leben ist eine steinige Strasse – pass gut auf...

Noch nie so was gesehen...

In der Regel fahre ich meine geplante Tagesetappe zu Ende, nicht immer, allerdings. Steht am Strassenrand ein entsprechendes Schild kann es sein, dass ich in die Bremsen steige und intuitiv abdrehe. Heute hat sich das wieder mal echt gelohnt. Das entspr. Schild wies auf ein RAINFOREST RESORT HIN. Das musste ich mir ansehen! Schon an der Reception wusste ich sogleich: hier bleibt der Schöberli. Die Bauherrschaft hatte sich etwas einzigartiges einfallen lassen. Ueber mehrere ineinander geschobene Stockwerke gelangte man vom Eingang zum Speisesaal, zum Aufenthalt und dann weiter den Hügel hinunter zu den einzelnen Bungalows. Ueberall standen Regenwaldbäume und Pflanzen, es grünte und blühte, dass es eine Freude war. Jeder Bungi war anders, alle natürlich aus Holz, einzig die Nasszelle war gemauert. Ich fühlte mich augenblicklich zu Hause. Meinem Bungi zugeordnet war, etwas erhöht, eine kleine Faulenzerecke mit diversen Kissen, alles überdacht. Zuunterst dann am Fluss, welche Idylle. Weitere Bungis und ein gemauerter Platz direkt am Bach mit 4 sehr komfortablen Liegen. Ich bestellte einen Bacardi Breezer, setzte mich hin und kam aus dem Staunen nicht heraus! Auf der Liege überfiel mich irgendwann die Müdigkeit – ich nickte ein.

Ich mag wohl eine halbe Stunde so vor mich hingedöst haben bis ich wieder aufwachte. Und dann stand sie da: eine entzückende Schönheit, eine Sanftheit auf vier Pfoten – ein Büsi- Fräulein. Natürlich war sie auf Streicheleinheiten aus. Aus graublauen Augen sah sie mich an und begann leise zu jammern. Ich musste lachen, den Trick kenne ich doch, Lausemädchen. Ich hob sie zu mir herauf, sie war wunderbar gezeichnet in allen Braunfarben, (sowie wenn man Schoggicreme mit Rahm vermischt), dazu alle vier Pfoten weiss, ebenso Schnauze und Teile des Kopfes. Eine wahrhaftige Schönheit, einfach entzückend! Von diesem Moment an blieb sie stets in der Nähe wenn ich woanders hinging. Nach dem Nachtessen nahm ich sie mit aufs Zimmer. Auf dem Nebenbett rollte sie sich zusammen, die vorderen Pfoten artig eingerollt (ich mag das so bei Katzen). Und hier blieb sie bis am nächsten Morgen. Unschwer zu erraten, was ich am kommenden Morgen am liebsten getan hätte...

Die Bilder von diesem Resort sowie von diesem Katzenfräulein werde ich in den kommenden Tagen laden.

Very relaxed live...

Während den Feiertagen ein Zimmer zum übernachten zu suchen kann sich in den hiesigen Breiten als echter Alptraum erweisen. Zwischen Weihnacht und Neujahr sind viele Thais im eigenen Lande unterwegs was dazu führt, dass bis hinunter zu den Budget-Klasse-Hotels praktisch alles ausgebucht ist. Gelegentlich komme ich mir vor wie damals Josef und Maria: Sorry, no room at the inn – tut uns leid, kein Platz in der Herberge. Doch manchmal kommt der sog. Zufall zu Hilfe. Am 29. gegen 16 Uhr, nach einer zermürbenen Berg- und Talfahrt in den Hügeln zwischen Chiang Rai und der Burmesischen Grenze, entdecke ich ein neu wirkendes Schild am Strassenrand: Peter’s Farm. Kurzentschlossen verlasse ich die Hauptstrasse und fahre bald darauf vor dem Office ein. Niemand da – alles verlassen und leer. Auf dem riesigen Grundstück sehe ich fünf völlig neu wirkende Bungis an einem mittelgrossen Teich. Dann erscheint plötzlich ein junges Mädchen und erkundigt sich höflich nach meinen Wünschen. Mit Hand-und Fusszeichen verständige ich mich und schon halte ich ein Handy am Ohr. Ein Mann namens Peter meldet sich. Wir kommen rasch überein, dass ich bleiben werde, alles weitere später.. Noch ahne ich nicht, dass dies einer der schönsten Aufenthalte im „Low-Budget“ Bereich werden sollte. Ich erhalte den Zimmerschlüssel und beziehe selbiges umgehend.

Stunden später lerne ich den Mann näher kennen. Er ist Brite und von sehr hagerer Gestalt, vornübergebeugt, allerdings ohne Silberfäden auf dem Haupt. Etwas kauzig wirkt er und er gibt sich eher wortkargt, ich muss ihm jedes Wort abringen. Mittlerweilen gesellt sich seine Thailändische Frau zu uns und das Gespräch wird etwas lockerer. Wir vereinbaren gegen 18 Uhr das Abendessen gemeinsam einzunehmen, ich bin und bleibe einziger Gast.

Peter hat als Box-Schiedsrichter auf der ganzen Welt gelebt und gearbeitet. Vor fünf Jahren kam er nach Thailand und hat sich in Bangkok, wo denn sonst, im zarten Alter von 52 Jahren in eine Thai verliebt. Ein Stammhalter liess nicht lange auf sich warten und kurz darauf zogen die beiden in die Gegend zwischen Chiang Mai und Chiang Rai. Dort haben sie ein Grund- stück gekauft und darauf ein kleines Paradiesli erbaut. Fünf Bungalows stehen hier an besagtem Teich mit Fischen, alles nigelnagelneu. Ich bin der erste Gast im Bungi Nr. 3. Die Familie hat einige Tiere, alle haben zur Zeit Nachwuchs. Es sind dies Hund, Katze, Hühner, Enten und Gänse. Das Hundeehepaar, sie heissen Bernie und Sandy, haben 6 megasüsse Wollknäuel von Puppies, fünf weisse und einen schwarzen, meinen Darling. Beim Abendessen wurde mir klar, dass ich eigentlich wie ein Familienmitglied betrachtet wurde. Peter war plötzlich wie ausgewechselt, gesprächig, gesellig. Ich erfuhr, dass ihm ein Rückenleiden regelmässig auf die Stimmung schlägt. Wir unterhielten uns angeregt über dieses und jenes. Dabei kam irgendwann die Rede auf sein neues Leben hier in Thailand. Er war des Lobes voll über die hiesige Lebensqualität. Er meinte abschliessend dazu: you can live a very relaxed life here! Du kannst es dir hier sehr gemütlich machen...

Diese Aussage kann ich nur bestätigen, ich hab mich deshalb für die Tage übers Jahresende gleich auf Peter’s Farm „eingemietet“ und verbringe hier in dieser kleinen Idylle ja was denn: natürlich very relaxed days...

HAPPY NEW YEAR!